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Was ist ein Springschwanz?

22 Jun

Autor: admin - Kategorie: 1

Springschwänze
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Springschwänze

Springschwanz der Gattung Isotoma unter dem Binokular
Systematik
Überstamm: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Springschwänze

Wissenschaftlicher Name
Collembola

Ordnungen
Poduromorpha
Entomobryomorpha
Neelipleona
Symphypleona

Die Springschwänze (Collembola) werden traditionell zu den Insekten gerechnet, heute jedoch als eigene Klasse von diesen abgetrennt. Ihre evolutionare Schwestergruppe sind wahrscheinlich die Beintastler (Protura) innerhalb der Sechsfüßer (Hexapoda). Sie erreichen eine Körpergröße von 0,2 mm bis zu 1 cm und halten sich primär in der Humusschicht nicht zu trockener Böden auf, können allerdings die unterschiedlichsten Habitate besiedeln, Uferbereiche ebenso wie Hochgebirgsböden.

Insekten haben normalerweise 11 Abdominalsegmente. Die Collembola hingegen besitzen derer nur sechs, welche schon während der Embryonalentwicklung angelegt werden. Collembola sind entognath, dass heißt die Mundwerkzeuge sind von der Gena verdeckt und äußerlich nicht sichtbar. Charakteristisch für die meisten dieser flügellosen Tiere ist ihre Sprunggabel (Furca), die sich am vierten Abdominalsegment befindet. Sie besteht aus drei Teilen: dem basalen Manubrium, den langen paarigen Dentes und terminal an diesen je einer kurzen Hakenstruktur, dem Mucro. Zwischen Manubrium und Dentes befinden sich cutinisierte ‘Zähne’, die genau in die Haken einer Struktur am dritten Abdominalsegment, des Retinaculums, hineinpassen und so die Furca ventral am Abdomen unter Spannung festhalten. Bei einer Reizung des Tieres schnappt diese Verbindung auf, die Mucrones bohren sich in den Untergrund und der Collembole vollführt einen ungerichteten, für diese kleinen Tiere gleichwohl erstaunlich weiten Sprung (Name!) aus der Gefahrenzone. Bei vielen im Boden lebenden (edaphischen) Arten ist die Furca allerdings zurückgebildet. Allen Arten gemein ist der hinter den Beinen gelegene Ventraltubus (Collophor), der sich am 1. Abdominalsegment befindet und vermutlich für den Wasser- und Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt. Von den weltweit etwa 7500 beschriebenen Arten findet man in Europa immerhin 2000. Nach den Milben sind sie zahlenmäßig die häufigsten Gliedertiere im Boden, ein durchschnittlicher europäischer Ackerboden kann einige 100.000 Collembolen pro Quadratmeter enthalten.

Springschwänze ernähren sich vor allem von zerfallenen pflanzlichen Stoffen, aber auch von Algen oder Pollen, von Aas oder sind räuberisch. Durch ihre wasserabweisende Cuticula können sie Überflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase überstehen. Dadurch können sie auch größere Strecken in Wasser treibend zurücklegen und bei der Besiedelung neuer, steriler Landstriche als Pioniere Bedeutung erlangen (s. auch Surtsey). Von mehreren Arten ist bekannt, dass sie Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und immobilisieren können. Unter anderem diese Fähigkeiten machen Collembolen zu wichtigen Erstbesiedlern kontaminierter Böden, etwa von Abraumhalden. Die wenigsten Arten, wie der Luzernefloh, sind Schädlinge in Agrarsystemen. Durch gezielte Nahrungswahl steuern Collembolen Mineralisierungsprozesse und beeinflussen das Pflanzenwachstum positiv (Pilzfresser!)

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Kommentare

Sie finden hier 3 Kommentare zu “Was ist ein Springschwanz?”

  1. heinold meinte am 22. June 2006 - 20:43 Uhr

    Springschwänze (Ord. Collembola)

    Die Collembolen stellen die größte Ordnung innerhalb der Gruppe der Urinsekten dar. Es sind kleine, primär flügellose Tiere, die durch eine charakteristische Sprunggabel (Furca) auf der Unterseite des Körpers gekennzeichnet sind. Mit deren Hilfe können sie, bezogen auf ihre Körpergröße, große Strecken überspringen.

    Weltweit kommen mehr als 6000 Arten vor, davon findet man ca. 2000 Arten in Mitteleuropa. Das Vorkommen von Collembolen erstreckt sich über fast alle Lebensräume.

    Weitere Informationen siehe Quelle

    ID 74007

  2. tueddelgabi meinte am 22. June 2006 - 20:45 Uhr

    Eine klitzekleine Krebsart,die unter Verwendung ihres Hinterleibes, wenn ich richtig informiert bin ,die Sprungkraft aufbringt seine eigene Größe zwanzigfach zu springen.Lebt in der Erde.

    ID 74008

  3. misteryde meinte am 23. June 2006 - 09:49 Uhr

    Springschwänze
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    Springschwänze

    Springschwanz der Gattung Isotoma unter dem Binokular
    Systematik
    Überstamm: Urmünder (Protostomia)
    Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
    Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
    Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
    Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
    Klasse: Springschwänze

    Wissenschaftlicher Name
    Collembola

    Ordnungen
    Poduromorpha
    Entomobryomorpha
    Neelipleona
    Symphypleona

    Die Springschwänze (Collembola) werden traditionell zu den Insekten gerechnet, heute jedoch als eigene Klasse von diesen abgetrennt. Ihre evolutionare Schwestergruppe sind wahrscheinlich die Beintastler (Protura) innerhalb der Sechsfüßer (Hexapoda). Sie erreichen eine Körpergröße von 0,2 mm bis zu 1 cm und halten sich primär in der Humusschicht nicht zu trockener Böden auf, können allerdings die unterschiedlichsten Habitate besiedeln, Uferbereiche ebenso wie Hochgebirgsböden.

    Insekten haben normalerweise 11 Abdominalsegmente. Die Collembola hingegen besitzen derer nur sechs, welche schon während der Embryonalentwicklung angelegt werden. Collembola sind entognath, dass heißt die Mundwerkzeuge sind von der Gena verdeckt und äußerlich nicht sichtbar. Charakteristisch für die meisten dieser flügellosen Tiere ist ihre Sprunggabel (Furca), die sich am vierten Abdominalsegment befindet. Sie besteht aus drei Teilen: dem basalen Manubrium, den langen paarigen Dentes und terminal an diesen je einer kurzen Hakenstruktur, dem Mucro. Zwischen Manubrium und Dentes befinden sich cutinisierte ‘Zähne’, die genau in die Haken einer Struktur am dritten Abdominalsegment, des Retinaculums, hineinpassen und so die Furca ventral am Abdomen unter Spannung festhalten. Bei einer Reizung des Tieres schnappt diese Verbindung auf, die Mucrones bohren sich in den Untergrund und der Collembole vollführt einen ungerichteten, für diese kleinen Tiere gleichwohl erstaunlich weiten Sprung (Name!) aus der Gefahrenzone. Bei vielen im Boden lebenden (edaphischen) Arten ist die Furca allerdings zurückgebildet. Allen Arten gemein ist der hinter den Beinen gelegene Ventraltubus (Collophor), der sich am 1. Abdominalsegment befindet und vermutlich für den Wasser- und Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt. Von den weltweit etwa 7500 beschriebenen Arten findet man in Europa immerhin 2000. Nach den Milben sind sie zahlenmäßig die häufigsten Gliedertiere im Boden, ein durchschnittlicher europäischer Ackerboden kann einige 100.000 Collembolen pro Quadratmeter enthalten.

    Springschwänze ernähren sich vor allem von zerfallenen pflanzlichen Stoffen, aber auch von Algen oder Pollen, von Aas oder sind räuberisch. Durch ihre wasserabweisende Cuticula können sie Überflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase überstehen. Dadurch können sie auch größere Strecken in Wasser treibend zurücklegen und bei der Besiedelung neuer, steriler Landstriche als Pioniere Bedeutung erlangen (s. auch Surtsey). Von mehreren Arten ist bekannt, dass sie Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und immobilisieren können. Unter anderem diese Fähigkeiten machen Collembolen zu wichtigen Erstbesiedlern kontaminierter Böden, etwa von Abraumhalden. Die wenigsten Arten, wie der Luzernefloh, sind Schädlinge in Agrarsystemen. Durch gezielte Nahrungswahl steuern Collembolen Mineralisierungsprozesse und beeinflussen das Pflanzenwachstum positiv (Pilzfresser!)

    ID 74009

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