Was ist ein Springschwanz?
22 Jun
Autor: admin - Kategorie: 1
Springschwänze
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Springschwänze
Springschwanz der Gattung Isotoma unter dem Binokular
Systematik
Überstamm: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Springschwänze
Wissenschaftlicher Name
Collembola
Ordnungen
Poduromorpha
Entomobryomorpha
Neelipleona
Symphypleona
Die Springschwänze (Collembola) werden traditionell zu den Insekten gerechnet, heute jedoch als eigene Klasse von diesen abgetrennt. Ihre evolutionare Schwestergruppe sind wahrscheinlich die Beintastler (Protura) innerhalb der Sechsfüßer (Hexapoda). Sie erreichen eine Körpergröße von 0,2 mm bis zu 1 cm und halten sich primär in der Humusschicht nicht zu trockener Böden auf, können allerdings die unterschiedlichsten Habitate besiedeln, Uferbereiche ebenso wie Hochgebirgsböden.
Insekten haben normalerweise 11 Abdominalsegmente. Die Collembola hingegen besitzen derer nur sechs, welche schon während der Embryonalentwicklung angelegt werden. Collembola sind entognath, dass heißt die Mundwerkzeuge sind von der Gena verdeckt und äußerlich nicht sichtbar. Charakteristisch für die meisten dieser flügellosen Tiere ist ihre Sprunggabel (Furca), die sich am vierten Abdominalsegment befindet. Sie besteht aus drei Teilen: dem basalen Manubrium, den langen paarigen Dentes und terminal an diesen je einer kurzen Hakenstruktur, dem Mucro. Zwischen Manubrium und Dentes befinden sich cutinisierte ‘Zähne’, die genau in die Haken einer Struktur am dritten Abdominalsegment, des Retinaculums, hineinpassen und so die Furca ventral am Abdomen unter Spannung festhalten. Bei einer Reizung des Tieres schnappt diese Verbindung auf, die Mucrones bohren sich in den Untergrund und der Collembole vollführt einen ungerichteten, für diese kleinen Tiere gleichwohl erstaunlich weiten Sprung (Name!) aus der Gefahrenzone. Bei vielen im Boden lebenden (edaphischen) Arten ist die Furca allerdings zurückgebildet. Allen Arten gemein ist der hinter den Beinen gelegene Ventraltubus (Collophor), der sich am 1. Abdominalsegment befindet und vermutlich für den Wasser- und Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt. Von den weltweit etwa 7500 beschriebenen Arten findet man in Europa immerhin 2000. Nach den Milben sind sie zahlenmäßig die häufigsten Gliedertiere im Boden, ein durchschnittlicher europäischer Ackerboden kann einige 100.000 Collembolen pro Quadratmeter enthalten.
Springschwänze ernähren sich vor allem von zerfallenen pflanzlichen Stoffen, aber auch von Algen oder Pollen, von Aas oder sind räuberisch. Durch ihre wasserabweisende Cuticula können sie Überflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase überstehen. Dadurch können sie auch größere Strecken in Wasser treibend zurücklegen und bei der Besiedelung neuer, steriler Landstriche als Pioniere Bedeutung erlangen (s. auch Surtsey). Von mehreren Arten ist bekannt, dass sie Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und immobilisieren können. Unter anderem diese Fähigkeiten machen Collembolen zu wichtigen Erstbesiedlern kontaminierter Böden, etwa von Abraumhalden. Die wenigsten Arten, wie der Luzernefloh, sind Schädlinge in Agrarsystemen. Durch gezielte Nahrungswahl steuern Collembolen Mineralisierungsprozesse und beeinflussen das Pflanzenwachstum positiv (Pilzfresser!)
Gesucht durch:
Ähnliche:
- Was sind das fuer sesamkorngrosse, beige Krabbelviecher? Können es diese Burschen sein? http://soilbugs.massey.ac.nz/collembola.php Collembola A springtail (Collembola) from New Zealand. Common name: springtails, Maori tawhana. Scientific name: phylum Arthropoda, class Collembola Lubbock, 1870 — from Greek “cole”, glue, and “embolon”, peg or...
- Unbekanntes Insekt?!? Ich tippe auf einen Springschwanz (Collembola) Springschwänze sind in jedem Boden, selbst im Blumentopf zu finden. Mit ihrer Sprunggabel (Schwanz) können sie flohartig herumspringen. Infos gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Springschw%C3%A4nze Fotos hier: http://images.google.de/images?hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&um=1&sa=1&q=collembola&btnG=Bilder-Suche&aq=f&oq=&start=0 ...
- Hat jemand schon so eine Spinne gesichtet? hy, das bild passt nicht zum beitrag, da hatwohl einer von den reportern einfach nur das bild einer spinne eingefügt ; ) das auf dem bild ist eine tegenaria atrica zu deutsch haus oder winkelspinne...
- was sind bimsen??(weiß nicht genau ob sie genau so heißen aber ich weiß das das Insekten sind =)) Bremsen Plötzlich sind sie da und man wird sie einfach nicht mehr los. Fast jeder hat schon einmal die Bekanntschaft mit einer Bremse gemacht. Auch die Bremsen (Tabanidae) gehören zu den blutsaugenden Insekten. Die aus...
- Warum mögen Spinnen Ecken so sehr? Das hängt oft von der Art ab. Zum Beispiel legen die Hauswinkelspinnen mit Vorliebe ihre Netze in den Ecken an. Es ist wohl einfacher, die Netze so aufzuspannen, und eine möglichst große Fangfläche auf optimale...
Kommentare
Sie finden hier 3 Kommentare zu “Was ist ein Springschwanz?”
-
heinold
meinte am 22. June 2006 - 20:43 Uhr
Springschwänze (Ord. Collembola)
Die Collembolen stellen die größte Ordnung innerhalb der Gruppe der Urinsekten dar. Es sind kleine, primär flügellose Tiere, die durch eine charakteristische Sprunggabel (Furca) auf der Unterseite des Körpers gekennzeichnet sind. Mit deren Hilfe können sie, bezogen auf ihre Körpergröße, große Strecken überspringen.
Weltweit kommen mehr als 6000 Arten vor, davon findet man ca. 2000 Arten in Mitteleuropa. Das Vorkommen von Collembolen erstreckt sich über fast alle Lebensräume.
Weitere Informationen siehe Quelle
-
tueddelgabi
meinte am 22. June 2006 - 20:45 Uhr
Eine klitzekleine Krebsart,die unter Verwendung ihres Hinterleibes, wenn ich richtig informiert bin ,die Sprungkraft aufbringt seine eigene Größe zwanzigfach zu springen.Lebt in der Erde.
-
misteryde
meinte am 23. June 2006 - 09:49 Uhr
Springschwänze
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SpringschwänzeSpringschwanz der Gattung Isotoma unter dem Binokular
Systematik
Überstamm: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: SpringschwänzeWissenschaftlicher Name
CollembolaOrdnungen
Poduromorpha
Entomobryomorpha
Neelipleona
SymphypleonaDie Springschwänze (Collembola) werden traditionell zu den Insekten gerechnet, heute jedoch als eigene Klasse von diesen abgetrennt. Ihre evolutionare Schwestergruppe sind wahrscheinlich die Beintastler (Protura) innerhalb der Sechsfüßer (Hexapoda). Sie erreichen eine Körpergröße von 0,2 mm bis zu 1 cm und halten sich primär in der Humusschicht nicht zu trockener Böden auf, können allerdings die unterschiedlichsten Habitate besiedeln, Uferbereiche ebenso wie Hochgebirgsböden.
Insekten haben normalerweise 11 Abdominalsegmente. Die Collembola hingegen besitzen derer nur sechs, welche schon während der Embryonalentwicklung angelegt werden. Collembola sind entognath, dass heißt die Mundwerkzeuge sind von der Gena verdeckt und äußerlich nicht sichtbar. Charakteristisch für die meisten dieser flügellosen Tiere ist ihre Sprunggabel (Furca), die sich am vierten Abdominalsegment befindet. Sie besteht aus drei Teilen: dem basalen Manubrium, den langen paarigen Dentes und terminal an diesen je einer kurzen Hakenstruktur, dem Mucro. Zwischen Manubrium und Dentes befinden sich cutinisierte ‘Zähne’, die genau in die Haken einer Struktur am dritten Abdominalsegment, des Retinaculums, hineinpassen und so die Furca ventral am Abdomen unter Spannung festhalten. Bei einer Reizung des Tieres schnappt diese Verbindung auf, die Mucrones bohren sich in den Untergrund und der Collembole vollführt einen ungerichteten, für diese kleinen Tiere gleichwohl erstaunlich weiten Sprung (Name!) aus der Gefahrenzone. Bei vielen im Boden lebenden (edaphischen) Arten ist die Furca allerdings zurückgebildet. Allen Arten gemein ist der hinter den Beinen gelegene Ventraltubus (Collophor), der sich am 1. Abdominalsegment befindet und vermutlich für den Wasser- und Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt. Von den weltweit etwa 7500 beschriebenen Arten findet man in Europa immerhin 2000. Nach den Milben sind sie zahlenmäßig die häufigsten Gliedertiere im Boden, ein durchschnittlicher europäischer Ackerboden kann einige 100.000 Collembolen pro Quadratmeter enthalten.
Springschwänze ernähren sich vor allem von zerfallenen pflanzlichen Stoffen, aber auch von Algen oder Pollen, von Aas oder sind räuberisch. Durch ihre wasserabweisende Cuticula können sie Überflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase überstehen. Dadurch können sie auch größere Strecken in Wasser treibend zurücklegen und bei der Besiedelung neuer, steriler Landstriche als Pioniere Bedeutung erlangen (s. auch Surtsey). Von mehreren Arten ist bekannt, dass sie Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und immobilisieren können. Unter anderem diese Fähigkeiten machen Collembolen zu wichtigen Erstbesiedlern kontaminierter Böden, etwa von Abraumhalden. Die wenigsten Arten, wie der Luzernefloh, sind Schädlinge in Agrarsystemen. Durch gezielte Nahrungswahl steuern Collembolen Mineralisierungsprozesse und beeinflussen das Pflanzenwachstum positiv (Pilzfresser!)
Ihr Kommentar
Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.
[ Alternative für E-Mail: @ = + ]